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Unerkannt durch Freundesland
Film und Lesung



Dass DDR-Bürger nicht in den imperialistischen Westen reisen durften, ist allgemein bekannt. Dass aber Individualreisen zum »Großen Bruder« – in die Sowjetunion also – ebenso verboten waren, ist ein Umstand, der heute kaum noch jemandem bewusst ist. Nur Gruppenreisen mit behördlich vorgegebenem Programm waren gestattet. Auf eigene Faust die unermesslichen Weiten des Landes zu erkunden, war schlichtweg nicht möglich. Dennoch mogelten sich immer wieder einzelne DDR-Bürger über die Grenze nach Osten und erlebten in der UdSSR die aufregendste Reise ihres Lebens.

Von diesen Geschichten erzählt der Dokumentarfilm »Unerkannt durch Freundesland« von Cornelia Klauß, den wir begleitend zu unserer Ausstellung der Fotos von Sergey Chilikov zeigten. Denn die Abenteurer reisten genau dahin, wovon auch Chilikovs Fotos handeln: Ins Herz der real existierenden Menschen Russlands, jenseits aller ideologischen Fassade.

Neben der Vorführung des Films lasen die Filmemacherin Cornelia Klauß und der Verleger Frank Böttcher auch aus dem von ihnen herausgegebenen Buch »Unerkannt durch Freundesland«, in dem noch umfangreicheres Material zu diesem Thema gesammelt ist.



Samstag, den 18. Februar 2012









Cornelia Klauß


1926 in Heinebach (Hessen) geboren.
Filmemacherin, geboren 1962 in Dresden, aufgewachsen in Berlin. »Unerkannt durch Freundesland«, 2006. Arbeitet freiberuflich als Autorin, Dramaturgin, Kuratorin (Kurzfilmtage Oberhausen, DOK-Filmfestival Leipzig) und als Filmemacherin im Dokumentarfilmbereich.



Frank Böttcher


1960 in Lutherstadt Wittenberg geboren.
Verleger seit 1995, gründete den nach seinem Sohn benannten Lukas Verlag. Anfang 2011 wurde der Verleger endlich einmal selbst zum Mitherausgeber (neben Cornelia Klauß) und Mitautor eines Buches: In »Unerkannt durch Freundesland« beschreiben er und andere die teils spektakulären illegalen Reisen von zumeist jungen DDR-Bürgern durch das riesige Sowjetreich der 1970er und 1980er Jahre.



Carlo Jordan


1951 in Berlin geboren.
1989 war er Mitgründer der Grünen Partei in der DDR und wurde deren Sprecher; im Vorstand der Forschungs- und Gedenkstätte Berlin Normannenstraße (Stasimuseum).




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