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»Ich sehe was, was du nicht hörst«

 

Präzision, Genauigkeit, und eine immer wieder exakt gleiche Anordnung seiner Sets verlangt sich der 1971 in Singen geborene Fotograf Martin Klimas für seine Bilderserien ab, und wird mit dieser Arbeitsweise zum Grenzgänger zwischen Kunst und Wissenschaft. Seine Vorbilder sind Wissenschaftler und Forscher wie Harold E. Edgerton, der Pionier der Hochgeschwindigkeitsfotografie. Für die neueste Fotoserie hat der Naturforscher Hans Jenny mit seiner Arbeit zur Kymatik den Anstoß gegeben.

 

Ein herkömmlicher Lautsprecher mit trichterförmiger Membran, darüber ein bespannter Keilrahmen. Martin Klimas trägt die Farben auf, dann zieht er sich aus dem Aufnahmeset zurück, dreht den Lautstärkeregler hoch, und überlässt die Entstehung des Bildes ganz der Musik selbst. Seine aktuelle Serie »Sonic Sculptures« ist ein synästhetisches Zusammenspiel aus Klang, Form und Farbe. Dabei gibt Klimas sich mit einer rein assoziativen Darstellung von Klängen nicht zufrieden, und hat sich eine Maschine gebaut, die Schallwellen in Bilder verwandelt. Bei seiner Musikauswahl setzt er sich keine Grenzen durch Epochen oder Stile und zeigt so unterschiedliche Titel wie »Transistor« von Kraftwerk und Carl Orffs »Carmina Burana«. Mit der Verwendung flüssiger Farben für sein Visualisierungsvorhaben hat Klimas sich dieses Mal ein Arbeitsmaterial gewählt, das sich vergleichsweise »gut zum Gesehen werden eignet«. Bekannt geworden ist er mit den Fotografien temporärer Skulpturen aus zerspringenden Porzellanfigürchen, die nur durch das Auge einer Hochgeschwindigkeitskamera sichtbar gemacht werden können.

 

Für weiterführende Informationen: martin-klimas.de.

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